Forschung

Das Institut für Epidemiologie untersucht die Entstehung chronischer Zivilisations- und Volkskrankheiten. Ein wesentliches Ziel ist die Identifikation neuer Risikofaktoren, um mittelfristig gezieltere Vorbeuge-, Früherkennungs- und Therapiestrategien entwickeln zu können.

Wir führen in diesem Zusammenhang verschiedene Studien im Quer- und Längsschnitt-Design durch. Unter anderem beteiligen wir uns an Deutschlands größter Gesundheitsstudie, der NAKO-Studie (Forschungsprojekt  „Nationale Kohorte“). Bundesweit beteiligen sich 200.000 Bürgerinnen und Bürger an dieser weltweit einzigartigen Langzeit-Bevölkerungsstudie, die sich mit den Ursachen zahlreicher Volkskrankheiten beschäftigt. Das Institut für Epidemiologie betreibt in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein das Studienzentrum Kiel der NAKO-Studie und wird in den nächsten vier Jahren 10.000 zufällig ausgewählte Einwohner aus Schleswig-Holstein zur Studienteilnahme einladen.
 
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Instituts liegt im Bereich des Biobankings und der genetischen Epidemiologie. Die zum Institut gehörende Biobank popgen führt seit dem Jahr 2003 bevölkerungsbasierte Studien zu genetischen Risikofaktoren u. a. für Entzündungserkrankungen, Krebserkrankungen, kardiovaskulären Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems durch. Zu diesem Zweck hat popgen zahlreiche krankheitsspezifische Kohorten regional, überregional und international aufgebaut. Außerdem verfügt popgen über eine populationsbasierte, detailliert charakterisierte Referenzpopulation, die langfristig wissenschaftlich begleitet wird. Bisher konnten Bioproben und Daten von mehr als 80.000 Personen in die verschiedenen Studien der Biobank popgen eingeschlossen werden.

Seit 2011 werden mit dem Aufbau des PopGen 2.0 Netzwerkes (P2N) sieben an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und am Forschungszentrum Borstel existierende Biomaterialbanken in einem Netzwerk zusammengeführt und so für interne und externe Forschungsprojekte besser nutzbar gemacht. Standort- und länderübergreifende Nutzungen von Proben und Daten sind mit der zunehmenden Bedeutung der personalisierten Medizin notwendig, um Studienpopulationen von ausreichender Größe für relevante statistische Aussagen zu erhalten.
Darüber hinaus ist das Institut für Epidemiologie am Exzellenzcluster „Entzündung an Grenzflächen“ beteiligt. Im Rahmen dieser Förderung bauen wir u. a. eine große Familienstudie zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf.